Kanzlei für Wirtschaftsberatung

Vermögensschutz

Banken, Versicherungen und Gold – Sicherheit in unsicheren Zeiten

Wie sicher sind Kreditinstitute?

Wer sich als Sparer oder Aktionär diese Frage stellt, sollte das "Gesetz zur Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten (SAG-Gesetz)" kennen. Das Gesetz ist seit 01.01.2015 in Kraft. Sollten demnach "systemrelevante" Kreditinstitute in Schieflage geraten, kann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) auf Kundengelder zugreifen, soweit die Einlagen 100.000 Euro übersteigen. Solche Beträge sind gar nicht so unüblich, etwa bei Wohnungseigentümergemeinschaften oder Firmenkunden. Natürlich muss es im Zuge der Corona-Krise nicht zwangsläufig dazu kommen. Schließlich haben wir diesmal – anders als 2008 – keine Krise der Banken, die sich verzockt haben, sondern eine Krise der Realwirtschaft, die durch Corona Zwangspause macht. Die deutsche Genossenschaftsbanken sehen sich jedenfalls dafür laut Handelsblatt vom 17.03.2020 gut gerüstet. Der Sparkassenverband Bayern hat zugesagt, das alle wichtigen Finanztransaktionen wie Bargeldverfügung und Überweisungen weiter wie immer abgewickelt werden können.

Stabilitätstest kommt im Spätsommer 2020

Doch den deutschen Banken stehen die schwierigen Zeiten in der Corona-Krise nach Einschätzungen von Finanzaufsehern erst noch bevor. Der "Moment der Wahrheit" werde voraussichtlich im dritten Quartal kommen, wenn sich Risiken aus faulen Krediten verstärkt materialisierten, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling am Dienstag bei einer Online Veranstaltung der Zentralbank. Keiner könne seriös abschätzen, wie hoch der Wertberichtigungsbedarf am Ende ausfallen werde. Er sei sich aber sicher, dass das deutsche Bankensystem in Gänze besser mit den Kreditrisiken umgehen könne als zu Zeiten derFinanzkrise 2008.

Inflationsgefahr

Zur Bewältigung der durch Corona entfachten weltweiten Wirtschaftskrise werden unvorstellbare Summen von Regierungen und Notenbanken locker gemacht. Dies könnte später zu erheblicher Inflation führen. Über Lastenausgleich und Vermögensabgaben wird bereits heftig diskutiert.

Immobilienschuldner, die von einer Entwertung ihrer Bankkredite ausgehen, sollte jedoch das Lastenausgleichgesetz von 1952 lesen. Leider enthält die Internetversion des Bundesjustizministeriums nicht die entscheidenen Paragraphen 19 bis 227. Demnach wurden Guthaben im Verhältnis 1 zu 10 abgewertet. Schulden jedoch nur im Verhältnis 1 zu 2. Aus 100 Reichsmark wurden damals also 10 D-Mark. Von 100 Reichsmark Schulden blieben jedoch nach der Währungsreform 50 D-Mark zur Tilgung stehen.

Wie sicher sind Versicherungen?

Versicherungsgesellschaften verdienen ihr Geld mit der Einnahme von Beiträgen und der auch milliardenschwere Sicherungsfonds für ihre Kunden. Doch auch hier sollten Versicherungsnehmer das Kleingedruckte kennen, wenn sein Versicherer in Schieflage gerät. Die BaFin kann Zahlungen aussetzen, Vertragskündigungen untersagen und zugesicherte Leistungen kürzen, so steht es in § 314 Versicherungsaufsichtsgesetz. Versicherungsnehmer haften also mit. Und damit nicht genug: Sie müssen sogar weiterhin ihre Beiträge zahlen. Auch das steht so im Gesetz.

Für Unruhe sorgte in der jüngeren Vergangenheit die Schieflage von Pensionskassen, die in der Regel als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit organisiert sind. "Gegenseitigkeit" kann auch bedeuten, dass etwa Betriebsrentenzahlungen gekürzt werden, wie es in der jüngeren Vergangenheit auch bereits vorgekommen ist.

Gold als sicherer Wertspeicher

Wer Gold mit Geld vergleicht, versteht seinen Nutzen sofort. Seit 1999 stieg der Goldpreis in Euro um 555%. Damit verlor der Euro seit Einführung 85% seines Wertes gegenüber Gold. Auch viele andere Währungen werteten gegenüber Gold stark ab. Kein wunder also, dass die Notenbanken dieser Welt seit vielen Jahren Nettokäufer am Goldmarkt sind. Und wenn schon die Hüter unserer Währungen Goldreserven kaufen, dann muß das Edelmetall doch ein besonderes sicherer Kapitalschutz sein, argumentieren Goldfans. Ist Gold also als Wertspeicher über jeden Zweifel erhaben, echtes, ursprüngliches Geld, nicht auf Knopfdruck vermehrbar, ewig haltbar und weltweit akzeptiert ?

Ja, Gold ist sehr sicher, wenn es um Ausfallrisiken geht. Die liegen bei Null, denn Gold (und andere Edelmetalle) sind Werte, die nicht auf Rückzahlung durch einen Schuldner angewiesen sind (wie Mieten, Anleihen usw.). Sie haben schlicht kein Gegenparteirisiko, vorausgesetzt sie sind physisch als Münze oder Barren vorhanden. Wer Gold nur in Papierform (etwa als ETF oder Zertifikat) besitzt, hat diese Risiko sehr wohl.

Falschgold, Lagergold und Geldverbot

Doch auch physisches Gold hat drei ernst zu nehmende Gegner. Was , wenn der Barren oder die Münze gefälscht ist, zum Beispiel mit einem Kern aus Wolfram ?

Und was, wenn die Regierung auf die Idee kommt, Goldbesitz zu verbieten, hoch zu besteuern oder gar zu enteignen ?

Schließlich: Wo kann Gold sicher gelagert werden ?

Gold-Kompetenz der Schweiz

Die sichersten Antworten darauf findet man in der Schweiz. Gegen Fake-Gold hilft der Kauf beim integren Händler. Integer ist, wer immer frisch geprägtes Gold direkt von Veredlern bezieht. Die Schweizer Veredler stehen im Ruf, die Qualität besten Goldbarren der Welt herzustellen.

Beim Rückverkauf an den Händler würde das Gold des Kunden wieder an denselben Veredler verkauft. Um für Qualität zu garantieren, würde der Veredler alle Barren wieder einschmelzen, selbst wenn diese barren in denselben versiegelten Boxen zurück kämen, in denen der Veredler sie geliefert hatte. Vorsichtige Goldkäufer fragen ihren Händler danach, ob er diese Qualitätssicherung garantieren kann.

Noch nie hat die Schweiz Gold verboten oder konfisziert und dazu braucht es eine Volksabstimmung. Goldeigentum hat eine feste Tradition in der Schweiz und wird auch während der aktuellen Marktturbulenzen von den Schweizern enorm nachgefragt, wie eine neue Studie der Universität St. Gallen und des Edelmetallhändlers philoro belegt. Schweizer Goldveredler sind Weltmarktführer in ihrem Bereich, sie veredeln 70% aller Goldbarren der Welt. So erklären sich auch die weltweit aktuellen Lieferengpässe. Im Corona Lockdown mussten drei wichtige Schweizer Schmelzen im Tessin die Arbeit einstellen. Zudem bestehen die Schweizer Gesamtexporte zu 29% aus Gold, was dem Sektor strategische Bedeutung verleiht. Diese Faktoren sorgen in der Summe dafür, dass Goldkonfiszierungen durch den Schweizer Staat zumindest unwahrscheinlicher sind als in manchen anderen Ländern.

Schließfächer außerhalb des Bankensystems

Edelmetalle wie Gold und Silber sollten in den sichersten privaten Tresoranlagen verwahrt werden, in eine sicheren Rechtsgebiet und außerhalb des Bankensystems. Auch die Versicherung durch ein zuverlässiges Versicherungsunternehmen ist ganz entscheidend. Diese Versicherung muss auch Diebstahl durch angestellte abdecken, was nicht immer der Fall ist. Zahlreichen Festungs- und Bunkeranlagen sowie Zollfreilager wurden im Schweizer Gotthard-Massiv seit Jahrzehnten genau für diese Zwecke ausgebaut.

Deutsche Banken dürfen Zugang sperren

Schließfachkunden bei deutschen Kreditinstituten sollten die Regelungen kennen, die das Kreditwesengesetz (KWG) "bei Gefahr", im Speziellen "bei Insolvenzgefahr" von Kreditinstituten vorsieht. Wer sein Schließfach also bei einem Kreditinstitut führt, muss damit rechnen vor verschlossenen Bankgebäuden zu stehen. Zwar gehört der Inhalt des Schließfachs (etwa bargeld oder Edelmetalle) nicht zur Insolvenzmasse. Jedoch entscheidet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, wann die Banken ihre Kunden ranlassen.

Dieser Artikel
Veröffentlich am
15/5/2020
Kategorien
Gold
Gesetze
Bankenwesen
Quellen

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